Warum viele gute Pferdetherapeutinnen an sich zweifeln, obwohl sie kompetent sind

Wenn ich mit Pferdetherapeutinnen im Mentoring arbeite, begegnet mir ein Thema immer wieder. Und zwar unabhängig davon, ob jemand gerade erst startet oder bereits seit vielen Jahren praktiziert.

Selbstzweifel.

Nicht die offensichtlichen. Sondern die leisen. Die, die nach einer Behandlung auftauchen. Im Auto auf dem Heimweg, abends im Bett, oder am nächsten Morgen beim Blick aufs Handy.

Gedanken wie:

  • Habe ich die richtige Entscheidung getroffen?
  • Habe ich etwas übersehen?
  • Hätte ich noch etwas anders machen sollen?
  • Warum wirken andere immer so sicher?

Viele Therapeutinnen interpretieren diese Gedanken als Zeichen dafür, dass ihnen noch Wissen fehlt.

Sie denken dann über eine weitere Aus- oder Fortbildung nach, um noch mehr Erfahrung zu sammeln, um sich sicherer zu fühlen.

Doch häufig liegt die Ursache ganz woanders.


Gute Therapeutinnen hinterfragen sich oft mehr, als schlechte

Das klingt zunächst paradox.

Aber in den letzten 17 Jahren habe ich immer wieder beobachtet:

Die Kolleginnen, die ihre Verantwortung ernst nehmen, hinterfragen sich oft am stärksten. Sie wollen Pferden wirklich helfen, arbeiten sorgfältig undreflektieren ihre Entscheidungen. Und genau deshalb prüfen sie sich selbst ständig und kommen ist Grübeln. Das Problem entsteht erst dann, wenn aus gesunder Reflexion permanenter Selbstzweifel wird.


Mehr Wissen löst nicht jedes Problem

Natürlich ist Weiterbildung wichtig, sehr wichtig sogar.

Doch viele Therapeutinnen geraten in eine Art Warteschleife.

Sie glauben: wenn ich diese Fortbildung noch gemacht habe, werde ich mich sicher fühlen. Dann kommt die nächste und die nächste, die nächste…

Das Wissen wächst. Die Unsicherheit bleibt. Denn innere Sicherheit entsteht nicht nur durch Fachwissen.

Sie entsteht auch durch Vertrauen in die eigene Wahrnehmung, durch Erfahrung und durch die Fähigkeit, mit Unsicherheit professionell umzugehen.


Pferdetherapie ist kein Beruf mit hundertprozentiger Sicherheit

Vielleicht ist genau das einer der schwierigsten Punkte.

Wir arbeiten mit lebenden Wesen. Jedes Pferd reagiert anders. Nicht jeder Verlauf ist vorhersehbar. Nicht jede Entscheidung kann im Nachhinein eindeutig bewertet werden. Wer darauf wartet, sich erst vollkommen sicher zu fühlen, bevor er sich selbst vertraut, wird wahrscheinlich lange warten.


Der Unterschied zwischen Selbstzweifel und Verantwortung

Viele Therapeutinnen verwechseln diese beiden Dinge.

Verantwortung bedeutet:

  • aufmerksam arbeiten
  • beobachten
  • reflektieren
  • lernen

Selbstzweifel bedeuten:

  • sich ständig infrage stellen
  • jede Entscheidung zerdenken
  • die eigene Kompetenz anzweifeln

Das eine hilft. Das andere kostet Energie.


Was ich dir mitgeben möchte

Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst, dann möchte ich dir eines sagen:

Selbstzweifel bedeuten nicht automatisch, dass du schlecht arbeitest. Oft zeigen sie vor allem, dass dir deine Arbeit wichtig ist. Die entscheidende Frage ist nicht, ob du jemals wieder zweifeln wirst. Sondern wie du mit diesen Zweifeln umgehst.


Kostenloser Mini-Online-Kurs


Genau deshalb habe ich den kostenlosen Minikurs entwickelt:


„Sicher therapieren ohne Selbstzweifel – 5 Mindset-Shifts für Pferdetherapeutinnen“

Darin geht es um:

  • Selbstzweifel in der Pferdetherapie
  • Verantwortung und Abgrenzung
  • innere Stabilität
  • den Vergleich mit anderen
  • Vertrauen in die eigene Arbeit


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